Die Rückkehr der Anfänger – Heilbachsee, 30.03.2014

Unser erster Versuch am Heilbachsee in der Eifel war erfolgreich.
Trotzdem ist ein fader Beigeschmack geblieben, denn irgendwie fühlte es sich wie Zufall an.

Im Angelshop haben wir uns folglich mit Bombarden & Spirollino ausgerüstet. Man liest ja Fachliteratur…

Am Wasser stellte sich dann schnell Ernüchterrung ein. Unsere Bombarden zogen lange Linien durch das Wasser, ohne dass eine Forelle das geringste Interesse zeigte.
Langsam machten sich Frust und Zweifel breit. War es doch nur Zufall? Bin ich nicht zum Angler geboren? Dazu verdammt, mein Leben lang auf treibende Posen zu starren? Persiflierendes Abziehbild eines Anglers wie ihn sich jeder vorstellt: einsamer Griesgram, stundenlang verharrend, erfolglos, ewiger Schneider?

Mein Frust stieg weiter, als Andrea, nach einem Standortwechsel 2 Forellen aus dem Wasser zog. Oh gelber Neid, du Dummheits liebstes Kind!
Und um dem Ganzen die Krone aufzusetzen mussten die zwei Jungs am Platz neben uns nun schon zum zweiten Mal neue Gastkarten lösen, weil die Fische ihnen kaum liessen ihre Zigaretten zu Ende zu rauchen.

Da nun alle fingen, ausser mir, gingen mir nicht nur die Ausreden (zu viel/zu wenig Sonne, Luftdruck, keine Fische am Platz…) zu neige, sondern auch die Motivation.

Todesstoß in mein blutend Anglerherz waren dann die Gastangler am Nebenplatz, welche süffisant grinsend konstatierten: “Soooo, genug für heute! 12 Fische reichen doch für 3 Stunden. Wenn wir weiter angeln verlieren wir noch den Spaß….”

In der Hölle sollten sie braten, zusammen mit ihren 12 Forellen, in Butter und Fenchel, mit Gräten im Hals….

“Probiers doch mal 2 Meter über Grund. Und nicht so hektisch!” ließen sie mir noch als Ratschlag da

Na schönen Dank auch!
Aber was hatte ich schon zu verlieren. Also flux die Ruten umgebaut, kleines Blei und 2 Meter Vorfach dran. Und als Köder diese merkwürdige Glitzerknete, die ganz unten in der Angeltasche lag und von der ich schon beim Kauf nicht erwartet habe, dass man damit Fische fangen kann.

Als ich die Rute auswarf, versuchte ich meine Erwartungen zu zügeln um die Enttäuschung klein zu halten. Die Hoffnung stirbt zwar zuletzt, aber sie muss auch nicht unbedingt vor den Zug geschubst werden.

Ich lehnte mich also zurück, goß mir einen Tee ein und … BISS!
Und was für einer. Die Forelle jagte steil aus dem Wasser, klatschte auf und brachte meine Spule zum surren.
Ok, dass war erfreulich, konnte aber eindeutig nur ein Zufall sein.
Der Zufall wiederholte sich noch ganze drei mal.

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An diesem Tag habe ich etwas sehr wichtiges gelernt:

Fische muss man suchen!

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