Gewitter und andere Freuden des Angelns…

Nachtangeln… Ich liebe es. Kein Bad, keine Toilette, keine Küche, kein warmes Wasser. Viehzeug, das einen zersticht und überall hinkriecht… es ist ein Traum….
Ein Albtraum!

Umso begeisterter bin ich immer wieder, wenn Marco ankommt und fragt ob ich mitkommen möchte. Ich könnte natürlich immer wieder Nein sagen und ihn aufs nächste Mal vertrösten (was ich auch schon getan habe),  aber dann würde ich so viele Dinge verpassen was mir im Nachhinein vorgehalten würde. Und das will ich selbstverständlich nicht auf mir sitzen lassen.

Vor kurzem war es wieder soweit… Marco und André wollten nachtangeln gehen.
Es war diesen Sommer bei beschaulichen 35 Grad im Schatten. Da ich nicht zu den Glücklichen gehöre, welche Freitags schon gegen Mittag Feierabend haben, musste ich
meine Zeit bis 18:00 Uhr noch absitzen, bevor ich mich zu den beiden gesellen konnte, die mit Bierchen am und im Rhein das Wetter genossen.
In den Nachrichten wurde schon seit Tagen auf das bevorstehende Gewitter hingewiesen, aber hey, was nimmt man nicht alles auf sich um einen Fisch an die Angel zu bekommen… jedenfalls Marco und André, ich brauche da immer eine etwas längere Aufwärmphase.

Als wir dann endlich zu dritt am Wasser waren und fauheits- und wärmebedingt die Angeln “nur” auf Grund ablegten konnte das Nachangeln beginnen.

Auf einmal ging mein Bissanzeiger los und ich lief zu meiner Angel und nach dem ersten Gedanke „Bloß ein Hänger“ war ein Zander dran… nicht groß aber “Hey, mein Zander! Geilo!”

In der folgenden Zeit folgte dann folgender Dialog:

Ich: “Schatz, da hinten hat es gedonnert”
Marco: “Das kommt nicht zu uns.”

5 Minuten später

Ich: “Marco, es hat geblitzt”
Marco: “Mach dir nicht ins Höschen, das kommt nicht zu uns”

5 Minuten später

Ich: “Schatz, da kommt ‘ne riesige schwarze Wolke zu uns.”
Marco: “Quatsch, die zieht an uns vorbei.”

5 Minuten später

Marco und ich sitzen in unserem Zelt nachdem es nun doch angefangen
hat zu regnen. André, der Naturbursche, macht es sich trotz allem in seinem wasserdichten Schlafsack gemütlich.

2 Minuten später

André kratzt an unserem Zelt und erbittete Zuflucht

Also lagen wir drei in unserem Zelt und „genossen“ (die beiden Jungs mehr als ich) das Schauspiel welches über uns hinwegzog. Alter Falter sowas habe ich noch nicht
erlebt: Blitze im Sekundentakt, so hell, dass man fast erblindete und Donner so
laut, dass man kein Wort mehr verstehen konnte. In Gedanken schrieb ich schon mein
Testament.

Das dauerte ein bis zwei Stunden und danach wurde es ruhiger. Leider nicht
nur meteorologisch, sondern auch bei unseren Bissanzeigern.

Erst am kommenden Morgen ging es dann los. Als ich, wie üblich, später wach wurde als die beiden Jungs, prosteten die sich schon zu. Grund war Andrés riesige gelandete Barbe.
Mann, was für ein schönes Tier. Danach hatte ich meinen ersten Aal am Haken. Mein Gott, sind die Tierchen schleimig. Aber lecker…

André und ich haben an diesem Morgen noch 5 Rotaugen gefangen, die in jeder Angelzeitschrift unter den Top 5 der größten Fische der Gattung Platz genommen hätten.

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Und Marco? Marco hatte einen Barsch. Nachdem er André und mir immer geholfen hat
und uns gezeigt hat, wie wir was am Besten machen sollten, hatte er leider „nur“
einen Barsch. Aber Marco wäre nicht Marco, wenn er sich nicht trotz Allem über
den Fang dieser Nacht gefreut hätte.
Denn sehen wir es so…
wäre er nicht, hätten wir mit Sicherheit nicht diese Fische gefangen und somit
kann er sich den Angelerfolg auch auf seine Liste schreiben.

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