Ich kann nichts, ich bin nichts, gebt mir einen Angelschein!

Mit diesen Worten wurden wir auf der Fisch und Angel 2015 von einer Gruppe Demonstranten begrüßt.

Über die Messe selbst bleibt leider wenig zu berichten:
Hersteller lassen sich bei so einem Ereignis grundsätzlich nicht blicken.
Bleiben nur noch die Zwischenhändler, wie Uli Beyer, der dort zwar den größten Stand hatte, in dessen Angelladen man mir aber nicht sagen kann, wo am Dortmund-Ems-Kanal die Grenze zwischen zwei Gewässerabschnitten verläuft.

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An Messern, mit denen man Nägel schneiden kann, hatte ich ebensowenig Interesse wie an Babs Kiewsky.

Am spannendsten fand ich also in der Tat die Demonstranten vor der Halle.

Die hatten sich dort mit ca. 15 Leuten zusammengefunden, wobei ich nicht den Eindruck gewonnen habe, dass die Demo irgendwie organisiert war.
Weder thematisch, noch im Auftreten hatten die Tierrechtler viel gemein.
Anscheinend hatten die Leute auch schon eine Woche bei teilweise unter -10° in den Knochen und schauten entsprechend demotiviert aus der Wäsche.

Beim Betreten der Messe fragte ich, ob ich ein Foto der Szenerie machen dürfte, was aber verneint wurde.
Beim Verlassen positionierte ich mich vor der Front und fotografierte die Transparente, die hatten nämlich einen gewissen Unterhaltungswert.DSC_4555

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Sofort wurde ich von einer Dame im Tierkostüm darauf hingewiesen, dass Sie das Recht am eigenen Bild hiermit geltend machen würde.
Meinen Hinweis, dass ich selber paranoider Datenschützer sei nahm sie zur Kenntnis. Die Frage, warum sie es denn ablehne, weitere Aufmerksamkeit zu erhalten, was für eine Demo eher untypisch sei, ließ sie unbeantwortet.

Andrea und ich nahmen uns noch 20 Minuten Zeit, dem Schauspiel weiter zu folgen.
Neben dem spärlichen Auftritt, was auch an der Dauer und den Temperaturen gelegen haben kann, muss ich sagen, vermittelte es einen eher unkoordinierten Eindruck:

Eine Angel- und (im Besonderen) Jagdmesse lockt natürlich genau dieses Publikum an. Die Jagende Zunft ist aber nicht eben dafür bekannt aus dem Proletariat zu stammen:
Jagen ist teuer!
Folglich entstammt der größte Anteil der Jäger und Jägerinnen dem gutsituierten Bildungsbürgertum.
Dieser Zielgruppe mit 10 – 15 unorganisierten Leuten gegenüberzutreten, ohne geschärfte Argumente und offensichtlich wenig Diskussionskultur führt eben dazu, dass man ignoriert wird. Oder ausgelacht, wenn die skandierten Sprüchlein sich nicht reimen, oder jemand den Text nicht kennt, was mehrfach in einer peinlichen Kakophonie endete.
Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass beim Aufeinandertreffen zweier völlig konträr verlaufender Lebenseinstellungen, ultimative Argumente wie “Alle Angler sind Mörder” kaum hilfreich sind, da sie Reaktanz erzeugen und Fronten verhärten.
Negativ aufgefallen ist mir eigentlich nur, dass einer der Demonstranten auf Fragen oder Ansprachen durch Messebesucher grundsätzlich jede Antwort mit:” DU LAPPEN”, “DU IDIOT” oder “DU ARSCHLOCH” beendete.
Ebenfalls unfein fand ich die Eigenart, bei vorbeigehenden Familien grundsätzlich den Kindern lautstark “MÖRDER” oder andere Schmähungen entgegenzubrüllen.

Mein Fazit:
Ich kann mit Leuten die Ihre Meinung sagen gut leben. Und wenn die Messe so langweilig ist, wie die letzte Fisch und Angel, habe ich wenigstens vor der Tür etwas zu lachen.
Meiner Meinung nach haben Tierschützer eine wesentlich bessere Lobby als Angler. Indem man Tierrechtler ignoriert und als Spinner abtut wird man von deren Erfolgen in Politik und Gesellschaft überrascht und überrannt.

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