Wir fahren in den Puff…

Kennt ihr noch das Gefühl, als ihr zum ersten Mal einen Erwachsenenfilm im Kino sehen wolltet und euer Vater euch, für jeden im Foyer deutlich hörbar, eine Kinderkarte gekauft hat?
Ich denke so, oder so ähnlich muss sich Andreas Vater gefühlt haben, wenn er bei einem seiner Besuche deutliches Interesse für unser Hobby zeigte, in medias res aber dann doch nur eine unserer Angeln “halten durfte”, immer mit einem Auge am Ende des Sees, ob denn nicht ein Kontrolleur kommt.

Zum Glück hat die Angelindustrie auch für solche Fälle eine Lösung parat:
Ob man sie nun Angelparks, Forellenpuff oder Pay-Lake nennt, das Prinzip der Bezahlteiche ist immer das gleiche:  kommerziell betriebenen Forellenteiche auf Privatgelände, meist in Form einer Zuchtanlage.
Da Schonzeiten in Zuchtanlagen Unsinn wären und sich sowieso nur auf Fließgewässer beziehen, kann man dort rund ums Jahr seinem Hobby fröhnen.
Ganz ohne Fischereischein, da es sich ja um Privatgrund handelt. Und so standen wir kurzum vor der Qual der Wahl, denn Angelteiche gibt es gefühlt öfter als ihre humanen Pendants auf St. Pauli.
Hier zeigt sich wieder der Vorteil des Angelshops gegenüber der digitalen Konkurenz, denn zwischen Maden und Wobblern bleibt immer noch Zeit für den kleinen Schnack zwischendurch.
So kamen wir dann auch am späten Vormittag zum Angelpark Eischerscheid in Bad Münstereifel an.

Hier beißt der Fisch! verspricht der Internetauftritt der Anlage. Für uns alle war es der erste Besuch in einem Forellenzirkus, dennoch gestaltete sich der Weg ans Wasser unkompliziert. Die freundliche Betreiberin begrüßte uns mit Handschlag, erklärte uns kurz die Zahlungsmodalitäten und überreichte uns eine Kühlbox.

Noch unkomplizierter als als der Weg ans Wasser war jedoch das Fangen der Fische.
Wobei “fangen” vielleicht das falsche Wort ist: was in einschlägigen Foren euphemistisch als “guter Besatz” bezeichnet wird bedeutet in der Realität nichts anderes als Tierquälerei.
Vom Ufer aus konnte man bereits Unmengen an gerade eben maßigen Forellen sehen die in dichten Schwärmen umeinander schwammen. Mehrere Tiere wiesen Verletzungen auf die auch auf die Entfernung deutlich zu erkennen waren.
Eigentlich erwartete ich, dass ich eine der Forellen am Kopf treffen würde, aber ich schaffte ganze 3 Würfe bis zum ersten Biss.
Etwa in diesem Takt ging es dann auch weiter. Köder waren dabei egal, Wobbler, Spinner, PowerBait… Andreas Vater und ich scherzten schon, dass blanke Haken wohl ebenfalls fangen würden und wenn man beim Pinkeln nicht aufpasst… aber lassen wir das.

Nach 5 Forellen wurde mir das Spiel deutlich zu langweilig, die gefangenen Fischen waren im Durchschnitt klein und ließen sich an Land ziehen wie Handtücher.
Andreas Vater hatte großen Spaß, die Zielgruppe war also richtig gewählt und Andrea nutzte die Zeit mit ihrem Vater, resultierend wurde der Platz in der Kühlbox schnell weniger.
Dies veranlasste mich wiederum schon mal bei den Kleinanzeigen nach einem Räucherofen zu suchen.

Unter dem Strich hatten wir nach drei Stunden 24 Forellen, was eine bessere Bilanz ist, als Andreas Aquarium zu leeren. Und wenn man die Fische einfacher fängt als im Aquarium,  dann bleibt der Angelspaß auf der Strecke. Wir werden zukünftig jedenfalls auf Besuche im Forellenpuff verzichten.

Sollte jemand von euch mal einen Forellenteich besuchen, das Angeln ganz grundsätzlich mal ausprobieren, oder eben jemandem ohne Angelschein das Thema näherbringen wollen,dann gibt es ganz bestimmt schlechtere Adressen als:

Angelpark-Eicherscheid
Bodenbachtal 2
53902 Bad Münstereifel
angelpark-eicherscheid.de
Angelpark Eicherscheid auf facebook

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